Loop-Komposition und Prog-Wagnis

Owen Pallett und Apparat: zwei Namen, die im Vorfeld bei Besuchern wie Veranstaltern gleichermaßen für Vorfreude und Sehnsucht standen. Und der gestrige Abend in der Kölner Philharmonie übertraf noch einmal alle Erwartungen. Denn der klassischste aller Kölner Konzerträume wurde von der musikalischen Klasse von Sascha Rings neuer orchestraler Band und dem Pop des “Solo-Ensembles” Owen Pallett perfekt ausgefüllt. Zwei Künstler, die in ihren Szenen zu den ganz großen Helden gehören.
In ungewohnter Manier steht Apparat mit Gitarre in der Hand, Computer vor den Füßen, und Schlagzeug, Klavier, Synthesizer und Bass im Rücken auf der Bühne. Seine Songs sind zu epischen Post-Rock-Nummern geworden, Tracks, wie das in Zusammenarbeit mit Modeselektor entstandene “Rusty Nails” werden zu ausladenden Klanggewalten. Episch möchte man den ersten Act des Abends nennen. Ein Elektro-Musiker begibt sich auf neues Terrain.
Ein ganzes Orchester in einer Person, das ist Owen Pallett. Seine Songs setzen sich aus live eingespielten Loops zusammen, die sich zu Pop-Kompositionen der ganz besonderen Art aufschaukeln. Gelegentlich wird der 32-jährige Kanadier von einer Band unterstützt, die die Klangkulisse ausweitet. Und als Owen Pallett zum dritten Mal auf die Bühne zurückkehrt, bei anhaltendem Applaus, liefert er wohl die beste Zugabe, die ein klassisch ausgebildeter Geiger spielen kann. Seine Version von Caribous “Odessa” schloss einen atemberaubenden Konzert-Abend ab und leitete eine lange Nacht ein.
Owen Pallett - Odessa
